Andalusien 

 

Cadiz, 17.09.2009 

 

Auf dem Golf von Cadiz

 

Wie die Störche zog es auch uns weiter nach Süden. Nachdem wir noch ein letztes Mal auf der portugiesischen Seite des Flusses in Vila Real de Santo Antonio flanieren waren, ließen wir uns von der Morgentide um 4 Uhr aus dem Guadiana spülen. Bei Sonnenschein und dem richtigen Segelwind überquerten wir den Golf von Cadiz und liefen am Nachmittag in der Marina der Stadt ein. Nachdem wir so lange geankert hatten, war es schon ein komisches Gefühl, in einer Box anzulegen, ausreichend Strom und Wasser an Bord zu haben.

 

 

Eine Stadt zum Verlaufen schön

 

In den engen, schattigen Gassen wehte ein kühler Lufthauch, Einheimische wie Touristen flanierten an kleinen Läden und Boutiquen vorbei, blieben vor Schaufenstern oder auf ein Schwätzchen stehen. Im Gassenlabyrinth fanden sich immer kleine Plätze mit Sonnenschirmen, unter denen Tische und Stühle zum Verweilen einluden. Wir verliefen uns und kamen doch immer zufällig an einem der Sehenswürdigkeiten raus. Viele der Gebäude stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, doch gilt Cadiz als älteste Stadt Europas. Ganz besonders gut gefiel es uns am Abend, als die Laternen angingen, die schweren Gitter vor den Läden runterrasselten und eine gemächliche Ruhe einzog.

 

Am letzten Abend liefen wir auf dem Rückweg an einem Restaurant vorbei, an dem ein Poster für Flamenco warb. Gerade als wir den Laden betraten, begann eine ehrwürdige Senora mit dem Gesang, begleitet von einem feurigen Gitarristen und zwei weiteren jungen Leuten, die den Rhythmus klatschten. Das Temperament der vier war mitreißend und als die Senora noch ihre goldenen Highheels abstreifte und zu ihrem Gesang mit den Füßen stampfte, die Hüfte schwang, mit ihrem Kleid wedelte und mit wehenden Haaren in die Lüfte sprang, waren wir hellauf begeistert. Das war Andalusien live!

 

Cadiz - Plaza Espania   Auf dem Dach der Kathedrale   Hoch über der Stadt   Dachlandschaft von Cadiz  

Altstadtgasse am Abend   Flamenco